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Der Weg zum Forex-Profi – die Hebelwirkung

Der Weg zum Forex-Profi – die Hebelwirkung

Im Forex-Markt kommt eine so genannte Hebelwirkung zum Einsatz. Ohne die Zuhilfenahme von Fremdkapital würde der Devisenhandel Privatanlegern keinen so großen Reiz bieten, wie er es heute tut. Die absoluten Kursbewegungen der Währungspaare nämlich fallen dazu zu gering aus – es müssten unglaublich große Summen auf die Handelskonten eingezahlt werden, damit hohe Gewinne erwirtschaftet werden könnten. Der Finanzhebel ermöglicht es, auch mit überschaubaren Anlagebeträgen am Trading teilzunehmen. Die Funktionsweise der Hebelwirkung ist relativ einfach. Der Forex-Markt erfordert deshalb keine so weitgehenden Kenntnisse, wie es der Handel mit Derivaten, die einer Vielzahl von preisbildenden Einflussfaktoren unterliegen, verlangt. An einem einfachen Beispiel soll das Prinzip des „Leveragings“, wie der Einsatz des Hebels im angelsächsischen Sprachgebrauch bezeichnet wird, verdeutlicht werden.

Ein Trader eröffnet eine Position im Gegenwert von 100.000 Euro im EUR/USD. Der Marginsatz des Forex-Brokers, über den die Transaktion getätigt wird, beläuft sich auf ein Prozent. Daraus ergibt sich, dass zur Eröffnung der Position eine Sicherheitsleistung von 1000 Euro hinterlegt werden muss. Diese Margin wird auf dem Forex-Account gesperrt und steht nicht für andere Transaktionen oder zur Verfügung durch den Kontoinhaber zur Verfügung. Steigt nun der Wert der Position, weil der Trader richtig liegt und den Markt korrekt eingeschätzt hat, um ein Prozent auf 101.000 Euro, beläuft sich der Gewinn des Investors auf 1000 Euro. Der Gewinn ergibt sich aus dem Wert zum Zeitpunkt B (101.000 Euro) abzüglich des Wertes der Position zum Zeitpunkt A (100.000 Euro). Bezogen auf den tatsächlichen Kapitaleinsatz, der sich auf 1000 Euro beläuft, ergibt sich also ein Gewinn in Höhe von 100 Prozent. Damit ist die Hebelwirkung erfasst: Eine Marktbewegung im Umfang von einem Prozent führt zu einer Veränderung des Eigenkapitalanteils der Position um 100 Prozent, wenn ein hundertfacher Hebel zum Einsatz kommt. Wäre mit dem Fünfzigfachen des Eigenkapitals in den Markt eingestiegen worden und hätte sich der Eigeneinsatz auf 2000 Euro belaufen, wäre der prozentuale Gewinn „nur“ 50 Prozent groß gewesen. Abzuziehen sind von den Profiten die Sollzinsen, die der Market Maker in Rechnung stellt. Diese orientieren sich meistens an den Geldmarktsätzen der jeweiligen Währungsräume.

Die Hebelwirkung freilich wirkt in beide Richtungen. Wird mit dem Hundertfachen des Eigenkapitals gehandelt, reicht eine Marktbewegung von einem Prozent gegen die eigene Position aus, um das gesamte Eigenkapital aufzuzehren. Dann wird die Position vom Market Maker automatisch glattgestellt. Aufgrund der unbegrenzten Liquidität im Forex-Markt besteht anders als in anderen Anlageklassen nur ein sehr geringes Risiko, dass die Glattstellung nicht zum gewünschten Kurs ausgeführt werden kann und die Verluste den Einsatz übersteigen.